Was ist Demenz?
Demenz ist der Oberbegriff für eine Gruppe von Erkrankungen, die das Gehirn betreffen und zu einem fortschreitenden Abbau geistiger Fähigkeiten führen. Betroffen sind Gedächtnis, Denken, Orientierung, Sprache und Urteilsvermögen — bis hin zum Verlust der Alltagskompetenzen.
In der Schweiz leben rund 155.000 Menschen mit Demenz, weltweit sind es über 55 Millionen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko: Jede/-r Dritte über 85 Jahre ist betroffen.
Häufige Formen der Demenz
- Alzheimer-Demenz (60–70%): Ablagerungen im Gehirn schädigen Nervenzellen
- Vaskuläre Demenz (15–20%): Durchblutungsstörungen im Gehirn, oft nach Schlaganfall
- Lewy-Körper-Demenz: Protein-Ablagerungen in Nervenzellen; oft mit Halluzinationen
- Frontotemporale Demenz: Beeinträchtigungen der Persönlichkeit, Sprache und sozialem Verhalten
Symptome erkennen
Zu den Warnsymptomen gehören:
- Häufige Vergesslichkeit, die den Alltag beeinträchtigt
- Orientierungslosigkeit (Zeit, Ort, Person)
- Schwierigkeiten bei vertrauten Aufgaben
- Sprachprobleme (Wortfindungsstörungen)
- Persönlichkeitsveränderungen (Rückzug, Reizbarkeit, Misstrauen)
- Verlegen von Dingen und Unfähigkeit, Schritte zurückzuverfolgen
Was tun, wenn Sie Demenz vermuten?
Wenden Sie sich zunächst an den Hausarzt. Dieser führt erste Tests durch (Uhrentest, MMSE) und überweist bei Bedarf an einen Neurologen oder eine Memory-Klinik. Je früher die Diagnose, desto mehr Zeit bleibt für gemeinsame Planung und Therapie.
Unterstützung als pflegende Person
Die Begleitung eines Menschen mit Demenz ist eine der anspruchsvollsten Pflegeaufgaben. Umso wichtiger ist es, dass Sie als pflegende Person:
- Sich regelmässig Entlastung nehmen (Tagesstruktur, Tagesbetreuung)
- Professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen
- Sich der Alzheimer-Vereinigung Schweiz anschliessen (Selbsthilfegruppen, Beratung)
- Ihre eigene körperliche und mentale Gesundheit nicht vernachlässigen
- Ihren Anspruch auf Entlöhnung geltend machen
